Alkoholkonsum – immer ein Drahtseilakt
25.01.2012
Schon Herbert Grönemeyer sang in seinem Lied „Alkohol“: "Alkohol ist dein Sanitäter in der Not, Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot, Alkohol ist das Drahtseil auf dem du stehst.“ Gerade für Jugendliche wird das immer mehr zum Alltag. Knapp 42% der Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren betrinkt sich einmal im Monat. Um auf diese krasse Zahl und auf die Folgen von Alkohol aufmerksam zu machen, kann man auf Kampagnen im Internet oder auf krasse Fotos setzen oder das Thema auf die Bühne bringen.
Am 25. Januar 2012 war ein 2-Personen-Stück des Weimarer Kultur-Express zu Gast. Bei der 75-minütigen Aufführung waren 130 Schülerinnen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule und der Albert-Einstein-Schule zugegen.
In dem Theaterstück geht es um einen Jungen, der trinkt, um von seinen Freunden anerkannt zu werden. Er verliebt sich in ein Mädchen, das Alkohol vehement ablehnt, sich dann aber überreden lässt, mitzutrinken. Beide Teenager kommen aus wohlhabendem Elternhaus, beide Elternpaare sind ständig beruflich unterwegs und die Jugendlichen fühlen sich allein gelassen.
Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf: die Leistungen in der Schule lassen nach, die Eltern drohen mit Internat, die Teenager fälschen die Entschuldigungen. Das Mädchen wird vernünftig, als ihr Freund 30 Tage Hausarrest bekommt. Als er von zu Hause ausbüxt, um sie zu sehen, will sie zunächst von dem Alkohol, den er „zur Feier des Tages“ dabei hat, nichts wissen, lässt sich aber zum Trinken überreden. Sie trinkt sich daraufhin ins Koma, der Junge alarmiert den Notarzt, der aber zu spät kommt und nur noch ihren Tod feststellen kann. Das Ende des Stückes besteht aus einer Radiodurchsage, in der bekannt gegeben wird, wie viele Jugendliche jährlich in Deutschland durch eine Alkoholvergiftung sterben.
Das Stück kam bei den Schülern gut an und auch die Suchtpräventionsgruppe der Bertha-von-Suttner-Schule „The Cleaners“ nutzte die Gelegenheit, mit alkoholfreien Cocktails auf ihr Projekt hinzuweisen und Aufklärung zum Thema Sucht zu leisten. „Das war ein toller Erfolg! Unsere Cocktails kamen gut an und wir kamen mit vielen ins Gespräch!“
Text: H. Nüller, I. Böhnke, A. Hoffmann

