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Aus grauen Fluren werden lebendige Kunstwerke: An der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen im Landkreis Karlsruhe haben Schüler:innen ihr Schulgebäude in ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk verwandelt.

Die berufliche Schule, an der verschiedene Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur möglich sind, war nach rund 60 Jahren und einem erheblichen Wasserschaden im Inneren stark in die Jahre gekommen. Viele Bereiche wirkten trist und wenig einladend. Doch genau hier setzte ein besonderes Kunstprojekt an: Unter dem Motto „Bunt statt grau“ gestalteten die Schülerinnen und Schüler ihre Schule neu – kreativ, engagiert und mit viel Eigeninitiative.

Über vier Stockwerke hinweg entstanden Wandbilder direkt auf den Fluren. Mit Acrylfarben, Spraytechniken und viel Fantasie verwandelten die Jugendlichen kahle Wände in ausdrucksstarke Kunstwerke. Dabei arbeiteten sie meist in kleinen Gruppen zusammen und setzten ihre Ideen eigenständig um.

Ein zentrales Motiv ist die Namensgeberin der Schule, Bertha von Suttner. Die bekannte Pazifistin und Schriftstellerin, die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhielt, wurde in unterschiedlichen Varianten künstlerisch umgesetzt – etwa modern interpretiert in einem Klassenzimmer oder als gespraytes Porträt im Schulgebäude.

Auch inhaltlich standen die Werke unter einem gemeinsamen Leitgedanken: Demokratie und Frieden. So greifen viele Bilder bekannte Zitate wie „Die Waffen nieder“ auf und verbinden diese mit symbolischen Darstellungen wie Friedenstauben oder farbenreichen Naturmotiven. Ergänzt werden die großformatigen Wandbilder durch kleinere Kunstwerke und liebevolle Details, die sich erst auf den zweiten Blick entdecken lassen – etwa bemalte Säulen oder fantasievolle Unterwasserlandschaften.

Schulleiterin Kerstin Hollwedel betont die besondere Bedeutung des Projekts für das Miteinander an der Schule: In einem Haus mit vielen unterschiedlichen Kulturen sei es wichtig, ein friedliches Zusammenleben aktiv zu gestalten. Die gemeinsamen Kunstaktionen hätten nicht nur das Gebäude verschönert, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Die positive Wirkung ist deutlich spürbar: Viele Schülerinnen und Schüler identifizieren sich stärker mit ihrer Schule und sind stolz darauf, eigene Werke im Schulalltag wiederzufinden. Auch Lehrkräfte beobachten, wie motivierend es für die Jugendlichen ist, ihre Ideen sichtbar umzusetzen.

Und das Projekt ist noch nicht abgeschlossen: In weiteren Bereichen der Schule warten bereits neue Flächen darauf, gestaltet zu werden. So wird die Bertha-von-Suttner-Schule auch in Zukunft Stück für Stück bunter – und bleibt ein Ort, an dem Kreativität, Engagement und Gemeinschaft großgeschrieben werden.

Transkribierter Radiobeitrag des SWR vom 12.03.2026