33 Jahre – das ist ein Dritteljahrhundert. So lange haben sich die meisten Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 1993 des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Bertha-von-Suttner-Schule nicht gesehen, nun kamen sie in den Hallen ihrer ehemaligen Schule wieder zusammen.
An einem Samstag im Juni stehen nun mehrere Kuchen, auf einer Bank im Schulhof, es gibt Laugenbrötchen und Leberwurst. Nico Brüssel aus Sulzfeld hat Sekt vom eigenen Weingut mitgebracht.
Die ehemaligen Schüler reisten u.a. aus Bochum, Berlin und Hamburg an. Viele sind auch in der Region geblieben. So beispielsweise Heiko Leis. Er betreibt in Flehingen einen Bio-Bauernhof und hat das Klassentreffen organisiert. „Manche erkennt man auch nach so vielen Jahren sofort wieder“, sagt er. „Bei anderen muss man erst mal nachdenken.“ Leis hatte im Herbst letzten Jahres die Idee, alle Ehemaligen zusammenzutrommeln. Dann hat er sich mit Hilfe anderer Klassenkameraden auf die Suche gemacht. Das Schulsekretariat unterstützte und das Internet hilft ebenfalls.
Einige der ehemaligen Schülerinnen und Schüler haben beruflich den Weg weiterverfolgt, den sie mit dem Agrarwissenschaftlichen Gymnasium damals in der elften Klasse eingeschlagen haben. Leis und Brüssel betreiben landwirtschaftliche Betriebe. Andere sind als Biologisch-Technische-Assistenten tätig haben Chemie oder Biologie studiert und arbeiten nun als Professor für angewandte Chemie, in Laboren oder unterrichten Biologie an Karlsruher Gymnasien.
„Die Schule hat uns schon gut auf das, was später kam vorbereitet“, sagt Leis, der nach dem Abitur an der Universität Hohenheim Landwirtschaft studiert hat. Allerdings gibt es auch andere Karrieren. Manche haben Medizin, Volkswirtschaft, Germanistik oder Politikwissenschaft studiert, arbeiten als Arzt, Radiologe, in der IT-Beratung oder im Journalismus. Auch die Filialleiterin der Buchhandlung „Der Rabe“ Diana Knödler zählt zu den Ehemaligen. Die Liste der Berufe ist noch lange nicht zu Ende: Krankenschwestern, Therapeutinnen, Yogalehrerin, Schulleiter, Landschaftsgärtnerin usw.
Der Schulbau hat sich in den vergangenen 33 Jahren durchaus verändert, wie die ehemaligen Abiturienten bei einer Schulführung bemerkten. Die Klassenzimmer sind moderner, digitale Unterrichtsmethoden sind längst Standard. Anfang der neunziger Jahre gab es noch einen engen Informatik-Raum mit gut einem Dutzend Computern, die nicht mit dem Internet verbunden waren. Nur der Theater-Keller sieht noch immer so aus, wie damals.
Was beim Treffen aufgefallen ist, dass viele Mitschüler inzwischen zwar anders aussehen. „Aber vom Charakter her sind viele immer noch die gleichen“, sagt Katja Suntoyo. „Es herrschte gleich diese Vertrautheit, die man schon damals hatte.“ Beim Abschied haben sie sich nun vorgenommen, nicht nochmal 33 Jahre zu warten, bis sie sich wiedersehen.
